10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Alain Mabanckou  [ Kongo, Frankreich ]

Biographie

Mabanckou, Alain_portrait
c. Hermance Triay

Gast des ilb 2002, 2013.

Bibliographie

Demain j’aurai vingt ans

Gallimard

Paris, 2010

Black Bazar

Liebeskind

München, 2010

[Ü: Andreas Münzner]

Le sanglot de l’Homme noir

Edition Fayard

Paris, 2012

Zerbrochenes Glas

Liebeskind

München, 2013

[Ü: Holger Fock u. Sabine Müller]

Lumières de Pointe-Noire

Seuil

Paris, 2013

Alain Mabanckou wurde 1966 in Ponte Noire im Kongo geboren. Er studierte Jura in Brazzaville und Paris. Heute arbeitet er neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit als Professor für französischsprachige Literatur an der University of California, Los Angeles. Er zählt zu den erfolgreichsten Stimmen der jüngeren afrikanischen Literatur in französischer Sprache.

Seinen großen Durchbruch erzielte Mabanckou mit dem Roman »Bleu-Blanc-Rouge« (1998; Ü: Blau-Weiß-Rot), für den er den Grand Prix Littéraire de l’Afrique Noire erhielt. Darin erzählt er die Geschichte zweier afrikanischer Männer, deren Wünsche und Hoffnungen an der Realität ihres Sehnsuchtlandes Frankreich zerbrechen. Genährt von Vorstellungen von Gleichheit und Brüderlichkeit und dem Glauben daran, dass Bildung zu sozialem Aufstieg verhelfe, muss Massala-Massala – ein klassischer Antiheld – erkennen, dass es in Paris weniger auf Zeugnisse und Diplome ankommt als auf die Fähigkeit, sich auch auf illegalen Wegen durch den Alltag zu schlagen. Der Roman gerät zu einer bissigen Satire auf jene Afrikaner, die alles daransetzen, sich in Frankreich niederzulassen, und darüber ihre Herkunft vergessen. Und er zeigt deutlich, dass sich in den einstigen französischen Kolonien trotz ihrer Unabhängigkeit noch immer vieles an dem ehemaligen Kolonialherrn ausrichtet. Es ist die nicht immer konfliktfreie Begegnung zwischen Frankreich und Afrika, die das Werk Mabanckous prägt. Während sein erster Gedichtband »Au jour, le jour« (1993; Ü: Heute, der Tag) nach eigenen Aussagen noch zu sehr der klassischen französischen Metrik verhaftet blieb, findet Mabanckou spätestens in der lyrischen Erzählung vom Tod seiner Mutter, »La Légende de l’errance« (1995; Ü: Die Legende des Wanderns), zu einem eigenen Ton. In »Les arbres aussi versent des larmes« (1997; Ü: Bäume vergießen auch Tränen) setzt er sich mit dem Verlust traditioneller Werte auseinander. Sein bislang letzter Gedichtband ist Liebeserklärung und Trauergesang zugleich: In »Quand le coq annoncera l’aube d’un autre jour« (1999; Ü: Wenn der Hahn den Beginn eines neuen Tages verkündet«) schreibt Mabanckou über den Krieg, der sein Land zerstört. Für seinen Roman »Mémoires de porc-épic« (2006; Ü: Die Memoiren eines Stachelschweins) wurde er 2006 mit dem Prix Renaudot, dem Prix Aliénor d’Aquitaine sowie dem Prix de la rentrée littéraire française ausgezeichnet. Sein jüngster Roman, »Tais-toi et meurs« (2012; Ü: Halt’s Maul und stirb«) wird in Kürze auf Deutsch erscheinen.

Mackanbou ist Leiter des Literaturfestivals Etonnants Voyageurs in Brazzaville. Mabanckou, der über zwanzig Jahre in Paris lebte und dessen Bücher alle auf Französisch erschienen sind, sieht sich dennoch als afrikanischer Autor: »Ich empfinde mich als Schriftsteller, aber als ein Schriftsteller, der nicht vergessen hat, dass er ein Afrikaner ist.« Der Autor teilt seine Zeit zwischen Paris und Los Angeles.

[http://www.congopage.com/Le-Blog-d-Alain-Mabanckou]

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