10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Pura López Colomé  [ Mexiko ]

Biographie

Pura López Colomé Portrait
© Doris Poklekowski, www.foto-poklekowski.de

Gast des ilb 2001.

Bibliographie

El sueño del cazador
Cuarto Menguante
México, 1985

Un cristal en otro
Ediciones Toledo
México, 1989

Aurora
Equilibrista
México, 1994

Intemperie
Juan Pablos Editor
México, 1997

Éter es
CONACULTURA, Colleción Práctica Mortal
México, 1999

Tragaluz de noche
Fondo de cultura económica
México, 2003

Übersetzerin: Petra Strien

Pura López Colomé wurde 1952 in Mexiko-Stadt geboren. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in der mexikanischen Hauptstadt, in ihren Schulferien besuchte sie stets den Bundesstaat Yucatán, woher ihr Vater, dessen Muttersprache das Maya ist, und ihre Mutter, die katalanisch-irischer Herkunft war, stammten. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter schickte sie ihr Vater auf ein Internat in Yankton, Süd-Dakota (USA), wo sie ihre Schulzeit beendete. Danach kehrte sie nach Mexiko zurück und studierte Spanische und Lateinamerikanische Literatur an der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) in Mexiko-Stadt. In den siebziger Jahren nahm sie an der Literaturwerkstatt von Alicia Reyes in der Capilla Alfonsina teil und erhielt 1977 den mexikanischen Literaturpreis Alfonso Reyes für junge Schriftsteller im Bereich Essayistik für ihre Arbeit »Diálogo socrático en Alfonso Reyes« (»Sokratischer Dialog bei Alfonso Reyes«), welche später in der Sammlung »Más páginas sobre Alfonso Reyes« (»Weitere Seiten über Alfonso Reyes«), El colegio Nacional, Mexiko 1996, erschien. Seit Beginn der achtziger Jahre veröffentlichte sie regelmäßig in der Literaturbeilage »Sábado« der Zeitung »Uno más uno« eigene Gedichte, Kritiken und auch Übersetzungen von Prosa und Poesie aus dem Englischen, Französischen und Deutschen. Zudem erschienen ihre literarischen Beiträge in zahlreichen mexikanischen Zeitschriften, darunter »Nexos«, »Vuelta«, »Pauta«, »Viceversa« und »Letras Libres«, sowie in den Literatur- und Kulturbeilagen der mexikanischen Zeitungen »La Jornada«, »Reforma« und »Novedades«. Seit 1990 lebt sie in Cuernavaca, im Bundesstaat Morelos (Mexiko). Pura López Colomé übersetzte Gedichte von William Carlos Williams, Kurzprosa von Samuel Beckett, ausgewählte Essays von T. S. Eliot sowie etliche weitere Autoren, u.a. William H. Glass, Robert Hass, Philip Larkin, Gershom Sholem, Bert Brecht (zusammen mit Alberto Blanco), Hilda Doolittle, Frank O’Hara, Robert Creeley, Malcolm Lowry, Louise Glück und Seamus Heaney. 1992 erhielt sie den Lyrikübersetzerpreis von Veracruz (Mexiko) für ihre einfühlsamen spanischen Versionen der Gedichte des irischen Nobelpreisträgers Seamus Heaney. Ihr Schwerpunkt ist die englischsprachige Lyrik diesseits und jenseits des Atlantiks. Pura López Colomé gehört zu einer neuen Generation jüngerer Autoren Lateinamerikas, die seit den achtziger Jahren das literarische und poetische Leben in den diversen Metropolen des Südens entscheidend mitgestalten, prägen und tragen – wie beispielweise Jorge Boccanera, María Rosa Lojo und Víctor Redondo in Buenos Aires, Marylin Bobes und Reina María Rodríguez in Havanna, Humberto Ak’abal in Guatemala-Stadt, Luis Bravo in Montevideo, William Ospina in Bogotá oder Fernando Rendón in Medellín. Was die poetische Megalopolis Mexiko-Stadt anbetrifft, sind hierbei natürlich auch Coral Bracho, David Huerta, Myriam Moscona und Marcelo Uribe zu nennen.

Seit 1985 hat Pura López Colomé  fünf Gedichtbände veröffentlicht, die nun in einem Sammelband in Mexiko erscheinen werden. Eine erste zweisprachige Auswahl ihrer Gedichte, ins Englische übertragen vom nordamerikanischen Dichter Forrest Gander, erscheint demnächst unter dem Titel »Death of the Kiss« in der Graywolf Press. Die Sprache ihrer Gedichte ist rein, aber sensibel, kenntnisreich und profund. Ihr poetisches Werk vereint Intensität und Intelligenz, Maß und Verschwiegenheit, diskrete Strenge und luzide Musikalität. Ihre Poesie ist eine intime Form der öffentlichen Selbsterkenntnis, die leise und reife Betrachtung, wie das Wunderbare und der Schmerz dieser Welt zusammenwirken.

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