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José Eduardo Agualusa  [ Angola, Brasilien ]

Biographie

José Eduardo Agualusa Portrait
© privat

Gast des ilb 2001, 2013.

Bibliographie

Coraçao dos bosques
Uniao dos Escritores Angolanos
Lisboa 1991

Estaçao das chuvas
Dom Quixote Publicaçoes
Lisboa 1996

A conjura
Dom Quixote Publicaçoes
Lisboa, 1998

Fronteiras perdidas: contos para viajar
Dom Quixote Publicaçoes
Lisboa, 1998

Ein Stein unter Wasser
dtv
München, 1999
[Ü: Inés Koebel]

Creole
Arcadia
London, 2002

O ano em que zumbi tomou o rio
Dom Quixote Publicaçoes
Lisboa, 2002

Catálogo de sombras
Dom Quixote Publicaçoes
Lisboa, 2003

O Vendedor de Passados
Dom Quixote Publicaçoes
Lisboa, 2004

Manual prático de levitação
Gryphus
Rio de Janeiro, 2005

Passageiros em Trânsito,
Dom Quixote Publicaçoes
Lisboa, 2006
[Ü: Daniel Hahn, Inés Koebel]

As mulheres do meu pai
Edições Dom Quixote
Lisboa, 2007

Das Lachen des Geckos
A1 Verlag
München, 2008
[Ü: Michael Kegler]

Barroco tropical
Publicações Dom Quixote
Lisboa, 2009

Milagrário Pessoal
Publicações Dom Quixote
Lisboa, 2010

Die Frauen meines Vaters
A1 Verlag
München, 2010
[Ü: Michael Kegler]

O Lugar do Morto
Edições tinta da china
Lisboa, 2011

José Eduardo Agualusa wurde 1960 in Huambo, Angola, geboren. Er lebte lange in Lissabon, dann in Rio de Janeiro. Bis heute hat er vier Romane, eine Sammlung mit Kurzgeschichten und einen Lyrikband veröffentlicht. Zudem ist er als freier Journalist für Radio und Zeitung tätig. Das Portugiesisch, in dem er schreibt, ist für Agualusa nicht mehr die Sprache der einstigen Kolonialherren, sondern »eine afrikanische Sprache, die Begriffe, Ausdrücke, die Rhythmen und die Gefühle des angolanischen Volkes aufgenommen hat«.

Agualusas erster Roman, »A Conjura« (»Die Verschwörung«), erschien 1989. Zentrales Thema dieses historischen Romans, der in Sao Paulo de Luanda der Jahre 1880 bis 1911 angesiedelt ist, ist die Vermischung der Kulturen in der modernen angolanischen Gesellschaft.

Der Autor zeichnet das Portrait einer Gesellschaft, die von Gegensätzen geprägt ist und in der nur diejenigen Aussicht auf Erfolg haben, die sich anpassen, d.h. sich der jeweils anderen Rasse und Kultur gegenüber öffnen. Im Brennpunkt dieser Entwicklung steht für Agualusa die kreolische Minderheit, der er selbst auch angehört und deren wachsendes Selbstbewusstsein er in seinem zweiten Roman, »A Feiro dos Assombrados« (»Der Markt der Verdammten«), von 1992 als Wurzel eines angolanischen »Proto-Nationalismus« beschreibt.

In Zusammenarbeit mit Fernando Semedo und der Fotografin Elza Rocha brachte Agualusa 1993 den Band »Lisboa Africana« (»Afrikanisches Lissabon«) heraus, der die vielfältigen kulturellen Impulse, die die portugiesische Gesellschaft durch ihre afrikanische Bevölkerungsgruppe erfahren hat, dokumentiert. In seinem Gegenwartsroman »Estaçao das chuvas« (»Die verregnete Saison«) von 1996 entwirft der mit autobiografischen Zügen ausgestattete Ich-Erzähler um die fiktive Lebensgeschichte der angolanischen Dichterin und Historikerin Lidia do Carmo Ferreira eine nüchterne Gesellschaftschronik aus Fakten und Fiktionen, die dem Leser die verheerenden Folgen von 30 Jahren Krieg und Bürgerkrieg auf beklemmende Weise vor Augen führt.

Die Hauptfigur seines inhaltlich wie formal ambitioniertesten Romanprojekts »Naçao Crioula« (dt. »Ein Stein unter Wasser«) von 1997 entlehnte Agualusa einem Briefroman des großen portugiesischen Schriftstellers Eça de Queiroz (1845-1900). In einem geistreichen literarischen Spiel erweitert er die Vorlage um die Perspektive der Kolonie Angola auf Europa und auch auf das vor allem von Angola aus kolonisierte Brasilien. Zuletzt veröffentlichte der Schrifsteller „Passageiros em Trânsito“ (2006; Ü: Passagiere auf der Durchreise). Seine Werke wurden in verschiedene europäische Sprachen übersetzt.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.agualusa.info]