10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Bernardo Atxaga  [ Spanien ]

Biographie

Bernardo Atxaga Portrait
© ilb

Gast des ilb 2001.

Bibliographie

Memoiren einer baskischen Kuh
Altberliner Verlag
Berlin, München, 1995
Übersetzung: Ludger Mees

Obabakoak oder das Gänsespiel
Unionsverlag
Zürich, 1995
Übersetzung: Gió Waeckerlin Induni

Shola und die Löwen
Altberliner Verlag
Berlin, München, 1997
Übersetzung: Katrin Schulz

Ein Mann allein
Unionsverlag
Zürich, 1997
Übersetzung: Gió Waeckerlin Induni

Shola und die Wildschweine
Altberliner Verlag
Berlin, München, 1998
Übersetzung: Katrin Schulz

Bambulos wahre Lügengeschichten
Altberliner Verlag
Berlin, München, 2000
Übersetzung: Sabine Müller-Nordhoff

Fenster zum Himmel
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1999
Übersetzung: Willi Zurbrüggen

Bambulo auf den Hund gekommen
Altberliner Verlag
Berlin, München, 2000
Übersetzung: Sabine Müller-Nordhoff

Der Sohn des Akkordeonspielers
Insel
Frankfurt/Main, 2006
Übersetzung: Matthias Strobel

Übersetzer: Margaret Jull Costa, Giò Waeckerlin Induni, Ludger Mees,~Sabine Müller-Nordhoff,~Katrin Schulz, Willi Zurbrüggen

Bernardo Atxaga wurde 1951 als Joseba Irazu Garmendia in Asteasu, in der baskischen Provinz Guipúzcoa, geboren. Er zählt zu den wenigen baskischen Schriftstellern, denen es gelang, mit ihrem Werk ein internationales Publikum zu erreichen. Der preisgekrönte Erzählband Obabakoak (1988), der dem jungen Autor zum Durchbruch verhalf, wurde inzwischen in 20 Sprachen übersetzt.

Bevor sich Joseba Irazu Garmendia ganz für die Literatur entschied, absolvierte er an der Universität Barcelona ein Studium der Wirtschaftswissenschaften, später der Philosophie. Erste literarische Arbeiten entstanden Anfang der 70er Jahre mit Unterstützung des baskischen Dichters Gabriel Aresti, der sich für die Erneuerung ihrer Muttersprache einsetzte. „Euskara Batua“, wie das Einheits-Baskisch genannt wird, verstehen in Spanien und in den baskischen Gebieten jenseits der Pyrenäen in Frankreich nur knapp eine Million Menschen. Neben den Schwierigkeiten, eine größere Leserschaft zu erreichen, hatten die Autoren baskischer Literatur in den 40er und 50er Jahren zudem mit der Repressionspolitik des Franco-Regimes zu kämpfen. Ein Teil ihrer Werke fiel den Bücherverbrennungen zum Opfer. Obwohl sich die Lage in den 70er Jahren weitgehend entspannte, entschloß sich der Autor, unter dem Pseudonym Bernardo Atxaga zu veröffentlichen.

Der Widerstand gegen Franco klingt thematisch immer wieder in seinen Büchern an. Die Entscheidung für das Baskische, seine Muttersprache, ist jedoch nicht politisch motiviert.

Neben Gedichten, Romanen und Erzählungen produziert er Chansons und Songtexte für baskische Avantgarde-Rock-Bands. Einige seiner lyrischen Texte wurden für die Oper vertont.

"Literatur muß reagieren. Literatur muß mehr tun als nur 'aua' sagen, wenn sie aneckt. Sie muß der Gegenwart eine Form geben", betont Atxaga. Oder um es mit den Worten der Kuh Mo aus seiner Tierfabel Memoiren einer baskischen Kuh (1995) zu sagen: "'Was dachtest du denn, sei das Leben, alles zu glauben und sich langzulegen?'. Natürlich nicht meine Herrschaften. Das hieße sich für dumm verkaufen zu lassen".

Neben zahlreichen baskischen Literatur- und Kritikerpreisen wurde Atxaga der Premio Nacional de Narrativa (Spanien 1989), der Millepages Prix (Frankreich 1992) und der Prix des trois Couronnes (Frankreich 1995) verliehen.

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