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10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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14. internationales literaturfestival berlin (ilb) geht mit über 25.000 Besuchern zu Ende – Schreiber: Weltbühne literarischer Vielfalt und politischen Anspruchs

Mit einer Lesung der türkischen Autorin Ece Temelkuran geht am Abend das 14. internationale literaturfestival berlin zu Ende. Ihr neuer Roman „Was nützt mir die Revolution, wenn ich nicht tanzen kann?“ erzählt von einer neuen arabischen Frauengeneration, die um ihre Selbstbehauptung ringt. Noch einmal steht die Verbindung zwischen Literatur und Politik im Fokus des ilb. Nach den Worten von Festivaldirektor Ulrich Schreiber mache genau dieser konzeptionelle Ansatz den Reiz des Festival aus: „Es gibt eine Sehnsucht, mit Autoren über die großen Konflikte in der Welt zu sprechen – von der Ukraine bis nach Syrien, von der Westsahara bis in den Nahen Osten. Die Lesungen und Diskussionen mit Hala Mohammad, Samar Yazbek, Ishmael Beah, Tope Folarin, Andrej Kurkow oder Yvonne Adhiambo Owuor haben gezeigt, dass das ilb eine Weltbühne literarischer Vielfalt und politischen Anspruchs ist“, so Schreiber.

Über 25.000 Besucher waren zu den 330 Veranstaltungen ins Haus der Berliner Festspiele und an 30 weitere Festivalorte gekommen. Neben dem Programm „Literaturen der Welt“ war es in der Reihe „Kulturen des Vertrauens“ u.a. um die Frage gegangen, wie zwischen ehemaligen Feinden in Konfliktregionen wie Nordirland oder Südafrika neuer Respekt erwachsen kann.

Viel Aufmerksamkeit fand auch die Reihe „New Level“, in der literarischen Entwürfe für Computerspiele vorgestellt wurden. Das Projekt fand im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 „Die digitale Gesellschaft“ statt und wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Veranstaltungspartner waren die Stiftung Digitale Spielekultur, der Bundesverband der interaktiven Unterhaltungssoftware und das Medienboard Berlin Brandenburg.

Auch die Sektion Kinder- und Jugendliteratur zog eine positive Festivalbilanz. Mit Patrick Ness, Jon Klassen oder William Sutcliffe waren die derzeit interessantesten Autoren, die für eine junge Leserschaft arbeiten, nach Berlin gekommen.

Festivaldirektor Ulrich Schreiber kündigte noch einige Nachveranstaltungen an. Am 6. und 7. November geht es beim Kongress „Europa, was nun?“ um eine Bestandsaufnahme, am 8. November geben Wolf Biermann & das Zentralquartett in Anwesenheit der Bundeskanzlerin ein Festkonzert zum 25. Jahrestag des Mauerfalls im BE. Und am 17. November liest Herta Müller um 20 Uhr im Haus der Berliner Festspiele aus ihren Werken – die Tickets kosten 12, 8 und 4 Euro.